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So ein Geschenk!

So könnte es gewesen sein...

Das Haus am Hang hat schon viel erlebt. Wie jemand, der weit herumgekommen ist. Vom Leben und von der Welt erfährt es durch die Menschen, die in ihm ein- und ausgehen. Die Wände können hören und die Fenster sehen. Das Haus bewahrt Erinnerungen auf und Geschichten und das Lachen der Kinder. Es atmet und denkt, es kann sich freuen und sich manchmal auch ganz schön ärgern. Oft ist es gelassen und schweigt gerne. Ab und zu möchte es schreien. Hin und wieder wünscht es sich, sprechen zu können. Aber dann muss es warten, bis jemand kommt, der seine Sprache versteht. Ja.

Das Haus am Hang war von Anfang an etwas Besonderes. Sorgfältig war sein Platz gewählt worden. Es sollte im Rücken geschützt sein und nach vorne in die Ferne blicken dürfen. Man sollte frei atmen können hier und die Gedanken schweifen lassen. In den Fenstern sollten sich nur Wolken spiegeln und hohe Tannen und Grün und Blau! Die besten Handwerker und Künstler wurden geholt. Sie legten Böden, drechselten Treppengeländer, gestalteten Möbel und machten das Innere Stück für Stück zu etwas Kostbarem. In den ersten Zeiten wurden dort rauschende Feste gefeiert, und viele Menschen kamen und gingen und brachten ihre Geschichten mit und ihre Freunde. Und alle waren sie oft glücklich und beschwingt.

Ein kleines Mädchen liebte das Haus am Hang, das ihrem Vater gehörte. Es war ihr Schloss und ihr bester Spielkamerad.

Sie kannte jede Ecke, jedes Zimmer, jeden Winkel. Sie verstand jedes Geräusch und jede Bewegung. Die beiden sprachen dieselbe Sprache, und so verbrachten sie viele gute Jahre zusammen.

Später, als sie heiratete, schenkte ihr der Vater das Haus zur Hochzeit. Sie hätte sich nichts anderes gewünscht und das Haus auch nicht: Gibt es eine schönere Aufgabe, als ein Geschenk zu sein?

Die Frau zog mit Ihrer Familie dort ein, aber weil es eine andere Zeit war, als in ihrer Kindheit, wurde nicht mehr so gross und so oft gefeiert. Es kamen weniger Gäste, und die wenigen Gäste kamen seltener. So war ein Teil des Hauses immer ein bisschen traurig, und ein Teil der Frau war es auch.

Die Frau war ein guter Mensch. Sie besass viel, und sie teilte leicht und gerne. Sie wollte etwas tun für das Haus und für sich selbst. Also entschied sie sich, es zu verschenken. Es sollte wieder offen werden für viele Menschen; für Mütter vor allem, Frauen, die vielleicht manchmal auch allein waren, oder müde oder arm, die kein Haus hatten und schon gar kein so grosses. Die Frau fragte einen Mann um Rat, dessen Beruf es war, für andere zu sorgen. Zusammen hatten die beiden schon viel Geld verschenkt, weil die Frau viel Geld hatte und der Mann viele Menschen kannte, die es dringend brauchten. Und so kam das Haus schliesslich zu einer Organisation, die dafür sorgte, dass Jahr für Jahr Zeit und Raum in diesem Haus verschenkt werden konnte. Daran hat sich nie mehr etwas geändert.

Noch immer ist das Haus am Hang ein Geschenk. Noch immer wird im Haus viel verschenkt: hier ein Lächeln und da ein gutes Wort, eine freundliche Geste, ein Moment der Stille, ein Zimmer, etwas Zeit. Und jeden Abend ein Sonnenuntergang.

So hätte es immerhin sein können. Und wer es ganz genau wissen will, soll vor dem Einschlafen einfach einen Moment still sein. Vielleicht erzählt ihm dann das Haus noch mehr.